Kraftstoffwahl

Brennstoffe für Stromerzeuger: Diesel, Benzin, Gas und Heizöl

Kurz gesagt

Benzin passt zu kleinen Aggregaten, Diesel zu langen Laufzeiten, Gas zu emissionsarmen Einsätzen. Für Notstrom- und Netzersatzanlagen empfiehlt das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe Brennstoffe ohne Biodiesel-Anteil, weil die FAME-Beimischung nicht lagerstabil ist. Heizöl ist nach dem Energiesteuergesetz nur in ortsfesten Anlagen und ausschließlich mit Freigabe des Herstellers zulässig.

Brennstoffe für Stromerzeuger zum Mieten: Von Diesel bis zu Flüssiggas

Fällt die Wahl auf einen Generator mit Verbrenner-Motor, kommt es auf den passenden Brennstoff an. Zur Wahl stehen hier neben Benzin und Diesel auch Erd- und Flüssiggas. Zudem gibt es sogenannte Dual-Fuel-Stromerzeuger zum Mieten, die für mehrere Brennstoffe geeignet sind. Im Folgenden geben wir einen Überblick über die wichtigsten Eigenschaften und Auswahlkriterien zum Stromerzeuger mieten oder kaufen:

Benzin:

Der flüssige Energieträger kommt in der Regel bei Generatoren mit kleiner Leistung zum Einsatz. Die Motoren sind günstiger sowie kompakter und arbeiten leiser mit einer höheren Laufruhe. Dauereinsätze lassen sich damit in der Regel jedoch nicht realisieren. Zudem sind die Verbrauchskosten durch den größeren Kraftstoffbedarf höher.

Diesel:

Schwere Dieselmotoren sind nicht nur größer, sondern auch kostenintensiver. Die höheren Ausgaben lohnen sich aber, wenn es um Einsatzzeiten und Lebensdauer geht. Denn Dieselgeneratoren, die weniger Kraftstoff verbrauchen, eignen sich für längere Laufzeiten. Vorsicht ist allerdings geboten, wenn es sich bei den Stromerzeugern um Netzersatzanlagen handelt, bzw. der Stromgenerator nur als redundantes Notstromaggregat zum Einsatz kommen soll.

Seit im Oktober 2006 das Biokraftstoffquotengesetz (BioKraftQuG) in Kraft getreten ist, wird Dieselkraftstoff nach DIN EN 590 in Deutschland (und nahezu ganz Europa) ein Anteil von bis zu 7% Biodiesel beigemischt. Dieser Zusatz besteht in der Regel aus verschiedenen Fettsäuremethylestern („Fatty Acid Methyl Ester“ oder auch „FAME“ genannt) und hat den Nachteil, dass er nicht besonders langzeitstabil ist und sich bei längerer Lagerung in Wasser und Säuren zersetzt. Während diese Eigenschaft bei Fahrzeugen oder dauerhaft betriebenen Dieselmotoren eher zweitrangig ist, ist die Lagerfähigkeit des Brennstoffs bei Netzersatzanlagen oder nur zu Testzwecken und Wartung betriebener Notstromerzeugern ein kritischer Faktor.

In ihrer Fachinformation „Notstromversorgung in Unternehmen und Behörden“ empfiehlt das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe in Anhang 4 daher, in Notstrom- und Netzersatzanlagen ausschließlich Kraft- bzw. Brennstoffe ohne Biodiesel-Anteile zu verwenden. Für die Langzeitlagerung wird in dieser Fachinformation daher schwefelarmes Heizöl nach DIN 51603 Teil 1 empfohlen. Bitte beachten Sie dabei aber unbedingt die gesetzlichen Vorschriften zur Verwendung von Heizöl als Kraftstoff, die im nächsten Abschnitt näher beschrieben werden.

Heizöl:

Rein technisch betrachtet ließen sich viele Diesel-Stromerzeuger auch mit Heizöl (HEL) betreiben, da beide Brennstoffe chemisch grundsätzlich sehr ähnlich sind. Stromerzeuger Motoren reagieren üblicherweise nicht so empfindlich auf die chemischen Unterschiede der beiden Brennstoffe, allerdings sollte man die Stromerzeuger immer nur gemäß der Hersteller-Spezifikationen betreiben. Der höhere Schwefelgehalt des Heizöls (selbst „schwefelarm“ üblicherweise noch etwa 5x höher als bei Diesel) und die bei der Verbrennung daraus entstehenden Schwefelsäuren greifen die Motorteile an. Hinzu kommt, dass Heizöl im Vergleich zu Diesel eine geringere Cetan-Zahl aufweist. Die Cetan-Zahl beschreibt die Zündwilligkeit und das Brennverhalten eines Kraftstoffs in Selbstzündungsmotoren – je höher der Wert, desto zündwilliger der Brennstoff. Eine niedrigere Cetan-Zahl kann daher zu technischen Einschränkungen im Betrieb führen. Unsachgemäßer Einsatz kann daher durchaus zum Totalschaden am Motor führen, was jegliche Ersparnis durch günstigen Brennstoff negiert. Zudem führt der Betrieb mit Heizöl in der Regel zum Verlust der Herstellergarantie.

Aufgrund der unterschiedlichen Besteuerung von Diesel und Heizöl ist die Verwendung des günstigeren Heizöls in Stromerzeugern in Deutschland allerdings nur unter bestimmten Voraussetzungen erlaubt. Nach Energiesteuergesetz (EnergieStG), § 3 Begünstigte Anlagen, Ortsfestigkeit und Nutzungsgrad gelten „ortsfeste Anlagen“ als begünstigt, wenn ihre „mechanische Energie ausschließlich der Stromerzeugung dient“. Wichtig ist in diesem Zusammenhang besonders die „Ortsfestigkeit“ des Stromgenerators, er darf nicht mobil sein und bei Betrieb mit Heizöl nicht mehr bewegt werden. Für den ordnungsgemäßen Betrieb müssen dem Heizöl in der Regel noch Additive wie Fließverbesserer oder zusätzlicher Kälteschutz beigemischt werden. Grundsätzlich sollte Heizöl frostfrei bei Temperaturen über 3 °C gelagert werden, da es sonst seine Fliessfähigkeit verliert. Für die Lagerung von Heizöl ist zudem ein doppelwandiger Tank vorgeschrieben, der ein Auslaufen des Brennstoffs und eine Verunreinigung des Bodens verhindert.

Achtung:

Informieren Sie sich im Vorfeld genau, ob der Stromerzeuger als „ortsfeste Anlage“ definiert und mit Heizöl betrieben werden darf. Verstöße sind strafbar und werden entsprechend geahndet. Verwenden Sie ausschließlich Brennstoffe die vom Hersteller oder vom Vermieter der Anlage zugelassen sind!

Gas:

Gas-Generatoren sind eine interessante Alternative zu Benzin- und Diesel-Aggregaten. Sie arbeiten in der Regel leiser und stoßen deutlich weniger Schadstoffe aus. Zum Einsatz kommen Flüssig- oder Erdgas. Einige Hersteller bieten auch Gas-Generatoren für Biogas, Kohleflözgas, Schiefergas oder Bohrlochgas an. Die Energieträger stehen häufig als Neben- oder Abfallprodukt zur Verfügung und eignen sich daher für eine besonders günstige, mobile Stromerzeugung.

Wer beim Stromerzeuger Mieten auf die Umwelt achtet, kann einen teureren Gas-Generator ausleihen. Alternativ werden in Zukunft aller Voraussicht nach auch recycelte oder biologisch hergestellte flüssige Brennstoffe verfügbar sein.

Tank und Reichweite: Ein Kriterium beim Generator kaufen oder leihen

Wie lässt sich der Brennstoff bevorraten und wie lange laufen Anlagen, ohne diese erneut betanken zu müssen?

Antworten auf diese Fragen sind essenziell, wenn es um die Wahl eines geeigneten Stromgenerators geht. Diesel- und Benzin-Aggregate sind dabei meist im Vorteil. Denn diese verfügen über einen integrierten Tank, der für einige Betriebsstunden ausreicht. Kleinere Stromerzeuger lassen sich üblicherweise problemlos mit Kanistern betanken, da der integrierte Tank meistens für einen mehrstündigen Betrieb des Generators ausgelegt ist.

Ein gelber Stromerzeuger wird mit einem grünen Benzinkanister betankt

Große Gas-Stromerzeuger lassen sich in einigen Fällen sogar an das Gasnetz anschließend – vor allem bei sehr langen Einsatzzeiten kann das von Vorteil sein.

In allen anderen Fällen kommen mobile Tanks zum Einsatz. Neben transportablen Diesel- und Benzin-Tanks gibt es auch Propangasflaschen und mobile Flüssiggastanks, die lange Betriebszeiten und ein einfaches Handling ermöglichen.

Wichtig zu wissen:

Bei gewässerschädigenden Kraftstoffen wie Diesel und Benzin sind unter Umständen gewisse Umweltauflagen zu erfüllen, wenn Interessenten einen mobilen Tank aufstellen wollen. Bei Gasanlagen ist das in der Regel nicht der Fall, da diese keine gewässerschädigende Wirkung haben.

Quellen und Rechtsgrundlagen

Marc Bode

Autor: Marc Bode, Gründer & Geschäftsführer der Lindenfield GmbH

Zuletzt aktualisiert am · Redaktion Stromerzeuger-mieten24.de

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